Sonntag, 12. Februar 2017

Abgrundtief

Zwee ist ja sowieso eher vorsichtig. Gerade scheint sie aber eine Art Höhenangst entwickelt zu haben. Gestern traute sie sich nicht, von dem Hocker, der vorm Waschbecken steht, herunterzusteigen. Sie klammerte sich am Waschbecken fest und behauptete, dass sie das nicht (mehr) könne.

Auf dem Spielplatz mag sie nicht mehr die offene Treppe hochklettern, vor der Rutsche hat sie auch Angst.

Vorhin saß sie dann nach dem Zähneputzen auf der Toilette und traute sich nicht herunter. Ich gebe zu, dass ich sie sonst meistens runter hebe, aber die Fluglänge beträgt nur ca. 10 cm. Erst als ich meine Hand an ihre Seite legte, rutschte sie endlich runter, freute sich, weil das Spaß macht, wollte noch mal... und traute sich wieder nicht.

Dafür rannte, hüpfte und tobte Zwee vorhin eine halbe Stunde lang in Unterwäsche kreischend durchs Wohnzimmer -  So lange bis sogar ihre große Schwester sich irgendwann zum Ausruhen auf die Couch begab. Offenbar war Zwees Actionbedarf damit für den heutigen Tag gestillt.

Nun liegt sie im Bett und behauptet: "Schlafen is in mein Bauch nich din!" (Küsschen wohnen übrigens auch in Ihrem Bauch, aber davon hat sie noch ganz viele.)

Freitag, 27. Januar 2017

Super, Mama-Mädchen

Die Kita ist heute zu, so dass ich mit Zwee zu Hause bin. Das kleine Mädchen hat schön bis kurz vor 8 Uhr ausgeschlafen und ist bestens gelaunt. Wir spielen Häschen Hüpf und dabei lobt Zwee meine Würfel- und Puzzlekünste immer wieder und nennt mich dabei Mama-Mädchen,  so wie ich sie eben oft Zwee-Mädchen nenne. 

Dann singt sie das Meisenlied, aber mit Mama: "Kleine Mama, kleine Mama, tommst du denn her?"

Ich fress sie gleich auf!

Samstag, 14. Januar 2017

Pinguine

Wir gucken zu viert "Pinguine". So ganz in Ruhe und mit viel Platz auf unserer neuen Couch.

Bei Zwee heißen Pinguine übrigens Pommetien. 😂

Dienstag, 10. Januar 2017

Zwee spricht - Update

Da ich schon wieder nicht so richtig zum Bloggen komme, will ich wenigstens mal meine aktuelle Liste von Zwees Wortkreationen festhalten. Tatsächlich versucht sie sich nun an fast allen Worten, auch wenn sie nicht immer auf Anhieb verständlich sind, und spricht auch viele zusammenhängende Sätze. 

Hier eine kleine Auswahl der letzten Wochen:

Fisschen/Düsschen - Küsschen
Ich mal duuten - ich suche mal
Tutt mal -  guck mal
Nanojen -  verloren
Dis is nich ootich -  das ist nicht ordentlich
Manno! Das is raputt!
Das is hopfen -  es klopft
Hohter bum -  runter fallen
Waaß ich nich -  weiß ich nicht
Meine Mann / Meinatsmann - Weihnachtsmann
Da is ein Auto los. Das is Papa Auto. Papa Hause! (Als beim Schlafengehen draußen Scheinwerferlicht zu sehen war.)
Henni - Handy
Ich auch das essen. Ich nich Doße (Soße) essen.
Mein Fuß is weh.
Manno! Nicht justich! -  zu BM, die in der Wanne drängelt.
BM hört nich! (BM immer noch mit W am Anfang)
Papa is ein Dateldei (Nackidei). Papi hat ein Duupi 6 an.  (Schlüppi)
Morgens, als ich rhetorisch frage, warum sie bei uns im Bett liegt: Papa weckt mir!
Mein Denner is nich auf! - Mein Kalender ist noch nicht auf.
Automannen - Autofahrer
Feuermannen - Feuerwehrmann
Tapetut - Schlafanzug
Wats - Saft (besonders gern: Appelwats)
Da ist ein Huhu. Ich hab Ats. -  Da ist ein  Gespenst, ich habe Angst (regelmäßig, wenn die Waschmaschine schleudert.)
Das is mutzig. Ich ein noies Deid anziehen? - Das ist schmutzig. Kann ich ein neues Kleid anziehen?
Ich will annes dutten. - Ich will etwas anderes gucken. 

Besonders gesprächig ist Zwee, wenn sie im Bett liegt und eigentlich schlafen soll (oft eine ganze Stunde lang):

Sehr liebevoll zu dem Hasen-Kuschellappen als sie eigentlich schlafen soll: "Mein Baby is Emma! Emma is wei Dahte (2 Jahre) . Alles dut, Emma. Ich halt du. Ich Mama. Tita (Kita) is auch ein Emma."

Immer noch im Bett, nicht schlafend, mit den Armen lenkend: "Oma Daate (Oma R.) fahrt ich. Da fahrt ein Baby mit. Ich hroße Mädchen."

Und dann: "Ich will nicht schafen. Ich dann (kann) nicht schafen. Ich will watt (wach) bleiben!"

Ihr eigener Name klingt noch wie La..., aber dafür kann Zwee nun auch alle Namen ihrer Kitakumpels recht verständlich sagen.

Überhaupt kann sich schon richtig gut mit ihr unterhalten und mein Herz geht regelmäßig auf, wenn ich meine beiden Kinder beim Spielen beobachte und sie richtig Sachen absprechen.

Außerdem singt Zwee jetzt schon viele Lieder - sehr  inbrünstig und das ziemlich richtig. Ihr aktueller Favorit ist wohl "Grün, grün, grün". Dabei singt sie wirklich alle Farben durch, lange Zeit war der Schatz aber immer ein Automannen (Autofahrer), aus welchem Grund auch immer. Sie singt auch gern "Tanze (Sch)Neemann", wobei sie wie BM bei ihrem Weihnachtsprogramm allerliebst tanzt. Bei "Lalelu" singt sie Schuuuuuh und miiiiieeeede richtig lang aus. Sie kann auch "O Tannenbaum", "Schneeflöckchen", das Bibi-und-Tina-Lied und viele mehr. 

Mein kleines Mädchen hat also richtig gut aufgeholt und lernt nun täglich mehr dazu. Es ist fast so als hätte sie erst dann angefangen, das Sprechen zu üben, als sie die Zusammenhänge schon richtig "verstanden" hatte. Ihr Grammatik ist jedenfalls deutlich richtiger und weniger kreativ als ich es von BM in Erinnerung habe. Jedenfalls bin ich sehr glücklich, dass dieser Knoten nur doch von ganz allein geplatzt ist.

Freitag, 6. Januar 2017

Ein ganz kleiner Urlaub

Heute Nachmittag reisten drei vollbepackte Autos mit Familie Isndingwa, meinen Eltern und meinem Bruder nebst Familie in einen kleinen Urlaub. Ein Wochenende zum entspannen, ohne Pläne außer spielen, rodeln und Feuerzangenbowle für die Großen.

Montag, 2. Januar 2017

Zwischen den Jahren bei Familie Isndingwa

Nun ist die schöne Zeit zwischen den Jahren auch schon wieder vorbei. Dafür haben wir sie aber in vollen Zügen genossen.

Nachdem vor Weihnachten alle krank waren, waren zu Heiligabend alle außer ich wieder einigermaßen gesund. Mit regelmäßigen Ibuprofen-Doping kam auch ich aber sehr gut über die Feiertage.

Seit Wochen bastelten die Kinder in der Schule Heimlichkeiten. Ende November schon erzählte BM, dass es da etwas heimliches gäbe: "Ich kann euch aber nicht sagen, was es ist. Es ist ein Geheimnis. Wollt ihr es wissen?" - Wir: "Nein!" - "Ich darf es euch wirklich nicht sagen..." Dann ruft sie ganz schnell: "Kalender!!!!! ... aber das müsst ihr gleich wieder vergessen!" Wir haben so gelacht! Den Kalender gab es dann am 1. Dezember.

Zwei Tage vor Weihnachten war BM plötzlich ganz doll traurig, weil ihr einfiel, dass sie die Weihnachtsheimlichkeiten noch in der Schule hatte, weil sie ja krank gewesen war. Und dann brachte unsere Nachbarin die Heimlichkeiten - die Erzieherin hatte noch eines zu Ende gebastelt und dann alles mitgegeben. Die Welt war wieder in Ordnung.

An Heiligabend waren wir dieses Jahr bei uns zu Hause zusammen mit meinen Eltern und meinem Bruder nebst Familie. Die Kinder waren auch schon ganz schön aufgeregt. Als unser Weihnachtsbesuch eintraf konnte BM nicht eine Minute länger warten und übergab uns ihre gebastelten Geschenke (wobei ich daran denken musste wie PL mal ihren Eltern vorgeworfen hatte, dass sie ihr noch nie etwas zu Weihnachten geschenkt hatte während sie ihnen immer so schöne Sachen bastelte). Noch mehr rührte mich aber, dass sie am Tag zuvor noch schnell ein lila Filly-Pferd in ein Taschentuch gewickelt und mit einem goldenen Band verschnürt hatte, weil "Zwee das so gut gefällt"... nachdem sie eigentlich mal richtig sauer gewesen war, weil Zwee das Pferd mit in die Kita genommen hatte.

Nach dem Kaffee gingen die Kinder dann nach oben. Sie wollten noch ein "Programm" üben. In letzter Sekunde bot sich dann der Nachbarsopa an, den Weihnachtsmann zu spielen. Da er ziemlich aufgeregt war und ich sowieso schon einen Brief geschrieben hatte, blieb er nur kurz und übergab nach einem Lied und ein paar Fotos einen Brief an die Kinder:
Liebe Kinder, 

leider konnte ich wirklich nicht lange bleiben, denn draußen ist es viel zu warm, so dass ich mit meinem Schlitten nicht gut voran komme und mich ordentlich beeilen muss, damit ich es heute zu allen Kindern schaffe. Ich freue mich aber sehr, dass ihr alle so liebe Kinder seid und habe euch daher viele schöne Geschenke gebracht. 

Liebe PL, seit wir uns im letzten Jahr trafen bist du ja eine große Schwester geworden. Meine Wichtel haben mir berichtet, wie lieb du dich um den kleinen Linus kümmerst. Wie in jedem Jahr bin ich begeistert, weil du so eine gute Schülerin bist. Und ich finde es klasse, wie du ganz alleine den Schulweg vom neuen Haus meisterst und alleine mit der Bahn fährst. Aber bestimmt wird es dir auch in der neuen Schule gut gefallen, dann ist auch der Weg nicht mehr so weit. Apropos neues Haus: Da könntest du nun vielleicht wirklich mal etwas mehr Ordnung in deinem Zimmer halten! 

Liebe BM,du bist ja jetzt ein Schulkind! Ich freue mich, dass du so gut lernst! Das Rechnen klappt schon prima und jeden Tag kannst du ein bisschen besser lesen. Das macht doch Spaß, oder? Ich weiß, die Schule ist ganz schön anstrengend, aber trotzdem solltest du öfter auf deine Eltern hören, ohne dass sie immer erst schimpfen müssen. Anziehen, Zähne putzen, am Tisch sitzen bleiben bis alle Kinder fertig gegessen haben – das kannst du doch eigentlich längst. Dafür haben die Wichtel mir berichtet, dass fast immer ganz doll lieb zu deiner kleinen Schwester bist und ihr viel erklärst. Das gefällt mir wirklich gut! 

Liebe Zwee,ich habe gehört, dass dich jetzt schon fast ganz alleine ausziehen und anziehen kannst. Übe schön weiter, du machst das richtig prima!  Deine Stullen kannst du nun auch schon alleine schmieren – das ist wirklich super, aber bitte benutze beim Essen auch Löffel oder Gabel und mantsche nicht mit den Fingern im Essen.  Deine Windel hast du wohl auch nur noch zum Schlafen an?  Super! Sage immer schön Bescheid, wenn du auf die Toilette musst, denn wie ich höre bekommst du auch so ein großes Bett wie BM, wenn du gar keine Windel mehr brauchst! 

Lieber Krümel, wie gefällt dir dein erstes Weihnachten? Du bist wirklich ein toller kleiner Junge und kannst schon so schnell wie der Wind krabbeln. Ich weiß, die Zähnchen machen dir sehr zu schaffen, aber du brauchst doch welche, damit du im nächsten Jahr auch einen richtigen bunten Teller von mir bekommen kannst. Bleib weiter schön tapfer, bald hast du es überstanden! Übrigens: Alle Kinder müssen artig schlafen, damit sie am nächsten Morgen munter und ausgeruht sind. Da  solltest du dir wirklich etwas mehr Mühe geben! 

Ein bisschen schimpfen muss ich allerdings schon – mit euch und mit der Ärgermaus. Scheinbar lasst ihr euch alle ziemlich oft von ihr zwicken und meckert und nölt eure Familien dann an. Das muss doch nun wirklich nicht sein! Jeder hat mal schlechte Laune, aber wenn ihr das merkt, schickt doch einfach die gemeine Ärgermaus weg und seid gleich wieder etwas freundlicher zu euren Familien.

 So, nun wünsche ich euch aber ganz viel Spaß bei eurem Weihnachtsfest. Ich hoffe, die ganze Familie verbringt eine schöne Zeit miteinander – und natürlich auch, dass euch die vielen Geschenke gefallen, die meine Wichtel und ich euch gebracht haben. Bis zum nächsten Jahr! 

Euer Weihnachtsmann


Danach gab es wirklich kein Halten mehr. Wir konnten nicht einmal mehr die Weihnachtsgeschichte verlesen, sondern mussten dann erstmal anfangen, die vielen Geschenke auszupacken. 
Zwee bekam ihre wochenlang ersehnte "droße Tütata" und für BM standen Pferde im Mittelpunkt der meisten Geschenke. Ich glaube, wir hatten alle wieder ein ziemlich gutes Händchen dieses Jahr. Jedenfalls spielten die Kinder auch gleich begeistert los. 





Als die erste Aufregung vorbei war führten die großen Mädels ihr Weihnachtsprogramm auf, d.h. sie tanzten ganz in weiß mit eigens dafür besorgten Tüchern. Danach durfte auch Zwee noch mal mitmachen und tanzte glücklich zu "Tanze Schneemann". 

Der Abend verging dann irgendwie wie im Fluge, war aber wirklich gemütlich. Die Kinder hielten prima durch und blieben trotz der Aufregung die ganze Zeit fröhlich. Es war ein wirklich schönes Weihnachtsfest.

Am 1. Weihnachtsfeiertag waren wir mit R.s Familie wieder jwd Gans essen. Auch da waren die Kinder wieder richtig gut drauf und wir konnten zum ersten Mal seit... mmh, BMs Geburt?... ziemlich in Ruhe in einer Gaststätte essen. Danach ging es zu R.s Eltern nach Hause, wo natürlich auch noch allerhand Geschenke warteten. Die Mädels spielten schön mit ihrem kleinen Cousin. 

Dann verkleidete BM sich wieder wie im letzten Jahr als Weihnachtsengel. (Zwee auch, aber sie wollte ihr Kostüm gleich wieder ausziehen ("Ich nicht ein Engel!"). Da wir unsere Geschenke schon hatten, hatte BM eigentlich keine Aufgabe mehr. Aber dann hat sie total süß zu jedem Anwesenden ein paar Worte gesagt. Sie fing mit R. an: "Du bist immer sehr lieb, aber ich muss auch ein bisschen schimpfen! Du sollst nicht immer den Teller ablecken, und du musst dich anschnallen bevor du losfährst." Oh oh! So ging es reihum. Ich wurde übrigens nur für mein gutes Betragen gelobt - es gab nichts zu tadeln. :-) Ganz zum Schluss fragten wir noch, ob der Engel denn auch eine Nachricht für BM habe. Daraufhin sagte sie keck: "Ja, aber das bespreche ich lieber alleine mit ihr." Sprach's, und ging nach nebenan, um sich wieder in BM zu verwandeln. 

Den 2. Weihnachtsfeiertag verbrachten wir bei meinen Eltern. Wir schlugen uns die Bäuche vor, spielten mit den Kindern und chillten gemütlich. Da es heftig regnete, konnten wir mit den Kindern nicht so richtig raus (außer Krümel, der bei Wind und Wetter in den Mittagsschlaf geschoben wurde). Trotzdem drehte niemand durch, sondern es blieb rundum weihnachtlich und einvernehmlich. 

Die Zeit zwischen den Jahren verging dann einerseits wie im Fluge, andererseits nutzten wir sie aber auch wirklich gut und genossen die freie Zeit. Die Kinder gingen so richtig in Ferienmodus über, waren Abends (leider) bis in die Puppen wach, schliefen aber dafür (sehr schön) bis 8:30 Uhr. Wir spielten alle ganz viel zusammen. 

Es ist toll, dass man mittlerweile auch mit Zwee schon sinnvolle Spiele spielen kann.





"Kunstwerke" mit Glowpens... im Schlafanzug:


 BM verbrachte viele Stunden mit ihren neuen Pferden:

Zwees neuer "Bielbatz für Männen" (Männeken):

Und das Affenspiel (wie heißt das eigentlich richtig?), das beide Kinder gern spielen, wobei Zwee allerdings immer noch denkt, dass es super ist, wenn man ganz viele Affen bekommt.

Wir machten Feuerzangenbowle mit unseren lieben Nachbarn: 

Außerdem bekamen wir Besuch von der 7-köpfigen Familie. BM war wieder einmal begeistert von den vielen großen Mädchen, Zwee spielte schön mit dem Krabbelcousin und alle Kinder waren oben in den Kinderzimmern und irgendwann auch draußen unterwegs, so dass wir Erwachsenen ganz in Ruhe Kaffee trinken und quatschen konnten. Ein sehr schöner Ausblick darauf wie viel Freiheit wir wieder gewinnen werden, wenn unsere Kinder auch mal so groß sind.

Dann besuchten die Kinder und ich B., K., PL und Krümel im neuen Haus im Norddorf. Dort ist es mittlerweile schon richtig wohnlich geworden. Ich freue mich total, dass sie nun auch so ein schönes Zuhause haben. 

Schwuppdiwupp kam schon Silvester. Am Vormittag ging ich mit meiner Mutti ein paar Gutscheine in einschlägigen Läden auf den Kopf hauen, da wir für die neuen Wohnzimmermöbeln wirklich mal ein bisschen Deko brauchten. Am Nachmittag brachten wir dann die Mädels zu R.s Eltern, denn dort stieg in diesem Jahr die große Kinderparty mit BM, Zwee und Tiger. Die Kinder hatten alle auch richtig viel Spaß. Es wurde getanzt, Ractlette gegessen, ein Spielhaus bemalt und Feuerwerk geknallt.  Allerdings glaube ich, dass Zwee bis zum Schluss ein bisschen enttäuscht war, dass keine Feuerwehr kam, weil sie das Wort "Feuerwerk" immer falsch verstand. Spät Abends sagte Zwee dann wohl, dass sie müde sei und ins Bett wolle. Zur großen Überraschung schloss BM sich ihr an und beide Kinder gingen anstandslos ins Bett. Wegen der lauten Knallerei musste Opa dann noch ein bisschen beschützen kommen, aber dann schliefen beide deutlich vor Null Uhr ein. Nachts wurde Zwee noch einmal wach und rief nach ihrer BM, die aber wie immer unweckbar war. Darum musste Oma eine halbe Stunde auf dem Boden bei ihr schlafen bevor sie aufgab und Zwee mit ins große Bett nahm. Dort kam dann irgendwann auch noch Tiger dazu, so dass es sicher recht eng wurde, aber insgesamt gab es wohl mehr Schlaf als erwartet. 

Und wir? Nun hatten wir an Silvester als kindfrei und keine richtigen Pläne. Dafür war der Abend um so schöner. Zuerst fuhren wir zur Friedrichstraße, spazierten Hand in Hand zum Brandenburger Tor, unter den Linden wieder zurück bis zum Alexanderplatz, gingen dort etwas essen, liefen weiter zum Hackeschen Markt und wieder zur Friedrichstraße, beobachteten Leute (die längst nicht so zahlreich unterwegs waren wie wir erwartet hatten) und schauten uns die Stadt mit ihren vielen Lichtern an, tranken hier und da etwas, spazierten dann von der Jannowitzbrücke an der East Side Galery entlang bis zum Simon-Dach-Kiez. Dort war es schon deutlich belebter und es gab reichlich Feuerwerk... und für uns noch einen Cocktail. Dann liefen wir noch bis zum Treptower Park und schauten über der Spree Feuerwerk an. Ich liebe ja Feuerwerk wirklich - also nicht die Böller, sondern Raketen und Goldregen u.ä. Danach machten wir uns auf den Heimweg und kamen kurz vor Mitternacht zu Hause an, wo dann wir vom Dachfenster aus das Neujahrsfeuerwerk betrachteten. Es war ein wirklich schöner Jahreswechsel zu zweit!


Samstag, 31. Dezember 2016

Adventszeit 2016 bei Familie Isndingwa

Die Weihnachtszeit ist in diesem Jahr mehr denn je wie im Flug vergangen, tatsächlich kam lange Zeit gar keine richtige Weihnachtsstimmung bei mir auf, denn irgendwie blieb kaum Luft zum Atmen. Wochenlang waren wir vier in wechselnder Besetzung krank. Magen-Darm, Husten und Schnupfen. Eine ganze furchtbare Pseudokrupp-Nacht mit BM gefolgt von wochenlangem Husten, immer wieder fiebernde Zwee und auch wir Eltern bekamen ständig etwas ab - kein Wunder, wenn man dauernd angebrochen, angeniest und angehustet wird. So organisierten wir uns kreativ durch die Wochen. Auf Arbeit war bei uns beiden zeitgleich besonders viel Stress, und es half natürlich nicht, wenn wir immer wieder stunden- oder tageweise abwesend waren. Kaum hatte ich einen Rückstand aufgearbeitet, musste ich wieder zu Hause bleiben.

Trotzdem hätte es auch ein paar sehr schöne Dinge zu berichten gegeben, wenn ich nicht immer wieder zu beschäftigt oder kaputt zum Bloggen gewesen wäre. Darum mal wieder nur ein ganz kurzer Abriss:

Mein Bruder und seine Familie haben ein Haus gekauft! Mit einem riesigen Hauruck und ganz viel Einsatz vor allem auch von meinen Eltern sind sie innerhalb weniger Wochen kurz vor Weihnachten eingezogen und haben nun ein gemütliches, geräumiges Zuhause. Wir freuen uns alle riesig mit ihnen.

Am ersten Advent waren die ganze Familie zum Adventskaffee bei meinen Eltern. Traditionsgemäß wurden auch die alten "Rollen" (Liedtexte) herausgeholt und einige Weihnachtslieder geschmettert. Auch wenn einige der größeren Kinder nun schon fast zu cool dafür sind, haben sie doch fleißig mitgesungen und konnten sich nur bei einigen sehr gläubigen Texten das Kichern nicht verkneifen. Die großen Kinder (ja, bis einschließlich BM) verbrachten einen Großteil der Zeit draußen im Garten mit Fange und Verstecken. Zwee und ihre "Krabbelcousins" spielten derweil fröhlich im Enkelkinderzimmer.

In der Adventszeit fielen die Morgen generell sehr gut gelaunt aus, was wir wohl der täglichen Vorfreude auf die Kalender zu verdanken haben. Mit einem Stück Schokolade und kurzem Spiel geht so ein Tag eben gleich viel besser los.




Das Adventsfest in der Kita verpassten wir leider krankheitsbedingt, aber dafür konnten R. und ich unsere BM bei der Weihnachtsshow der Schule bestaunen. Mit der Tanzgruppe führte sie einen Tanz zu "Tanze Schneemann" auf - ein Lied, dass hier nun rauf und runter gedudelt wird und von beiden Kindern sehr enthusiastisch betanzt wird. Dann führte BM mit der Klasse noch ein Geschichtengedicht auf - sie hatte ihren Text wirklich gut gelernt. Außerdem sangen sie Hänsel und Gretel bevor sie eine gute Stunde sitzen und warten mussten bis alle anderen Klassen dran waren. Eine ziemliche Zerreißprobe für die kleinen Erstklässler. Als großes Finale sangen alle Kinder "In der Weihnachtsbäckerei" - dabei stürmte BM gleich ganz nach vorn in die erste Reihe und sang aus vollem Herzen mit. Das hat sie wirklich prima gemacht.

Die Stiefel wurden ordnungsgemäß geputzt und der Nikolaus war auch sehr fleißig:



Wir schmückten beizeiten unseren Weihnachtsbaum. Diesmal durfte auch Zwee ein bisschen helfen. Leider fiel ihr gleich zu Anfang eine Kugel herunter und zersprang in 1000 Scherben. Das war nicht schlimm - seit ich mit BM schmücke gab es jedes Jahr etwas Schwund - aber danach hielt sie sich dann lieber an die Püppchen und das Holzspielzeug. BM war eifrig bei der Sache, ich musste sie dann aber beim Lametta etwas bremsen damit auch noch ein bisschen Baum sichtbar bleibt.


Die Mädels hatten in diesen Tagen ziemlich viel Spaß miteinander und auch mit ihren kleinen Cousins und ihrer großen Cousine. Alle haben sich sehr lieb und spielen richtig toll miteinander. Zwee kann immer mehr auch bei den Großen mithalten, aber gleichzeitig ist es schön zu sehen, dass für sie zwei kleine Spielkameraden "nachwachsen".






Wir waren in diesem Jahr auf dem Weihnachtsmarkt in der Baumschule. Dort trafen wir auch halbzufällig Kimmy, M. und BT. Ich wäre zwar ganz gern ausgiebiger an den Ständen vorbeigeschlendert, aber die Kinder hatten daran natürlich wenig Interesse. Leider gab es auch nur ein "Babykarussell". Zwee war davon total begeistert, aber zum ersten Mal war unsere BM dafür ganz klar zu groß. Sie wollte auch erst gar nicht mitfahren, sondern stattdessen lieber eine Runde auf einem Pony reiten. Letztendlich ist sie dann doch eine Runde mit Zwee mitgefahren, machte aber dabei einen so lässig-gelangweilten Eindruck, dass ich sie mir für einen Moment schon gut als Teenager vorstellen konnte. Dafür konnte Zwee die ganze Zeit gar nicht aufhören vor Freude zu grinsen.


Kurz vor Weihnachten war unsere Putzfrau im Urlaub, so dass ich eigenhändig das Haus weihnachtsfein machen musste. Oh, oh, das klingt irgendwie ziemlich abgehoben... Na, jedenfalls halfen mir beide Kinder fleißig dabei, räumten ihre Zimmer fast freiwillig auf, wischten und saugten Staub. Ich fürchte, dass ich den Kindern ein paar wichtige Life-Skills vorenthalte, aber ich bin trotzdem froh, dass ich nicht allzu oft selbst den Staubsauger schwingen muss.


Am Abend gingen BM und ich dann zum alljährlichen Weihnachtssingen im Stadion an der Alten Försterei - es war wieder ein tolles Erlebnis, obwohl BM sich natürlich hauptsächlich wegen der "großen Mädchen" freute.

video

So, und nun muss ich erstmal ins Bett. Hoffentlich schaffe ich es zeitnah, über die Weihnachtsfeiertage und die Zeit zwischen den Jahren zu berichten.

Sonntag, 13. November 2016

Ein hoßer Doom (großer Turm)

Schon als BM noch ganz klein war und anfing, morgens gegen Klamotten bzw. Anziehen im Allgemeinen zu protestieren, begann ich, ihr morgens ein "Mädchen"  aus Klamotten auf ihren Teppich zu legen. Das machen wir eigentlich meistens immer noch so.

Nun habe ich das auch ein paar Mal für Zwee so gemacht, um der Diskussion aus dem Weg zu gehen, dass ihr heißgeliebtes grünes "Piep-piep-Diedat" (T-Shirt) eben manchmal auch gewaschen werden muss.

Zwee hat daraufhin ihre ganz eigene Stapeltechnik entwickelt. So macht man das und nicht anders!


Mittwoch, 9. November 2016

BMs erstes Kreuzworträtsel

Alles alleine buchstabiert, geschrieben, Silben zusammen gezogen und gelesen. Ich bin ganz schön stolz auf mein großes Mädchen.

Sonntag, 30. Oktober 2016

Zurück versetzt

Wir sind heute im Wald damit R. mit M. Holz hacken kann. Nach einer schönen Stunde mit den Kindern auf dem Waldspielplatz und leckerem Abgrillen machten Kimmy und ich mit den Kindern einen Spaziergang zum See. Zwee war schon ziemlich "miena" und wollte nicht alleine laufen, so dass ich sie in Minis Trage nahm. Nachdem sie gestern den ganzen ohne Mittagsschlaf aushielt entschärfte es das kleine Mädchen heute wie ein Baby.

Nun sitze ich hier im Wald in sicherem Abstand zum Holzgehacke und - gesäge und genieße bei goldenem Herbstwetter die Extrakuscheleinheit mit meinem gar nicht mehr so kleinen Baby auf dem Bauch.

Mittwoch, 26. Oktober 2016

Late-Talkerchen Zwee

Unsere Zwee hat sich ja von Anfang an mit allen "Meilensteinen" recht viel Zeit gelassen. Da sie sich dennoch stetig weiter entwickelte, sahen wir das im Allgemeinen recht gelassen. Wer weiß, vielleicht fehlten ihr doch die sechs Wochen im Bauch oder sie ist eben einfach etwas gemächlicher. Immer wenn ich anfing, mir doch etwas mehr Gedanken zu machen, kam ein Schub daher und zerstreute sie gleich wieder. 

Vor etwa zwei Wochen sagte ich zu R., dass es nun doch langsam etwas auffällig sei wie wenig Zwee spricht - also sowieso recht wenige Worte und diese auch noch nicht wirklich für die Allgemeinheit verständlich. Zweijährige haben es ja sowieso nicht immer leicht, weil die Welt so ungerecht sein kann. In letzter Zeit wuchsen Zwee aber häufiger Hörner, weil wir schlicht und einfach nicht verstanden, was sie von uns wollte. 
Wir beschlossen, dass wir noch entspannt bleiben und beim nächsten Arztbesuch (der ja über kurz oder lang kommen würde) mal die Kinderärztin ansprechen würden, ob man dagegen etwas tun sollte. 

Was soll ich sagen: In den letzten beiden Wochen hat sich plötzlich einiges getan. Zwee spricht jetzt viel mehr. Es ist noch längst nicht alles verständlich, aber sie versucht sich an immer mehr Worten und Redewendungen während wir vor lauter Niedlichkeit gar nicht mehr aufhören können zu grinsen.

Hier ein kleiner Auszug: 

Homm! - Komm!
Ich nich han! - Ich komme nicht ran.
Mehr ein Oma - Noch eine Oma (begeistert, weil bei Vatis Geburtstag beide Omas und Opas da waren)
ohter - runter
ohm - oben
O ein Ball? - Wo ist ein Ball?
Toor - Fußball 
Appe - Apfel
Mama hat das an, ich das an. Ich auch ein Deid an! 
Anna Daata auch Bett? - Sind [Kitafreundinnen] auch im Bett?
haut - laut
Bota - Butter
Boot - Brot
Wahla - Marmelade
Whos - Wurst
Niener - Wiener
Tiesa - Käse
Mama Dohß ein Buh an! - Auf Mamas Schoß ein Buch angucken. 
hot - rot
bau - blau (tatsächlich kann Zwee die meisten Farben richtig zeigen, wenn auch noch nicht selbst benennen)
I-a-a Igel
Mama, ich Aats! - Ich habe Angst.
hälpen - helfen (unsere aktuelle Lieblingskreation)
hojs - los
Nein, Mama nicht hojs! - Mama soll nicht los gehen.
Allez hop
nooi - neu
Ich hab Doos(ch) - Ich habe Durst. 
Wass(ch)er - Wasser
waiter - weiter
Iahdatt - Elefant 
Hat - Hand (Genau wie BM damals, wenn wir zum Einschlafen ihr Händchen halten sollen. ) 
I-i-i (dabei Zeigefinger quer vor den Mund Köpfchen hin und her schütteln) - Zähne putzen 
Ich auch nich. - Ich nicht. Das "auch" sagt sie immer dazu, auch wenn es meistens gar nicht passt. 
Ich das ham? Bote, Mama! - Darf ich das haben? Bitte, Mama! 
Ich Dette dattert! Ein Ja-ja? - Ich habe in die Toilette gek*ckert! Bekomme ich dafür ein Naschi? (In einem verzweifelten Moment haben wir ihr ein Naschi für K*cki in der Toilette versprochen, weil wir in den letzten Wochen immer wieder selbiges im Schlüppi hatten.) 

Ich muss in den nächsten Tagen mal noch ein paar weitere Wortschöpfungen notieren. Tatsächlich können wir uns nun schon recht gut mit ihr unterhalten.

Ihren eigenen Namen sagt Zwee übrigens bislang noch nicht. Wenn man sie nach ihrem Namen fragt, antwortet sie ausnahmslos "Ich". 

Außerdem singt Zwee jetzt mit Begeisterung den Taschenlampenkanon ("An und aus") und "Happy Birthday" - wenn es kein Geburtstagskind gibt, dann eben in Dauerschleife für ihre Püppis. 

Jedenfalls bin ich wirklich sehr erleichtert, dass da jetzt offensichtlich ein Knoten geplatzt ist. Es macht solchen Spaß mitzuerleben wie jeden Tag neue Wörter hinzu kommen und vor allem, dass Zwee und BM sich nun immer mehr unterhalten können. Mein Herz schmilzt jedes Mal, wenn Zwee etwas nicht schafft und damit zu ihrer großen Schwester geht: "BM [noch mit V als Anfangsbuchstaben] hälpen!"

Samstag, 22. Oktober 2016

Gastbeitrag von Oma M.: Herbstferien an der Ostsee

Wie schön! Eine Woche Urlaub mit der Großen an der Ostsee. „Piraten! Piraten …“ ihr Lieblingslied und jeden Tag von ihr mit Opa zusammen gesungen. Ein echter Ohrwurm. Mit an Bord neben uns Großeltern ihre Tante Kimmy, ihr Onkel M. und Mini.

Die Hinfahrt war begleitet mit gefühlten 100 mal Fragen: „Wann sind wir denn endlich da?“ Nach 2,5 Stunden war unser Haus zu sehen, aber wir mussten erst einmal an die Fischbude Backfisch essen gehen. BM behielt das bei. Jeden Tag. Beim Warten in der Schlange erklärten wir die ausgelegten Fischsorten. Bei der letzten Kiste Sprotten rief sie: „Kenne ich, das sind Goldfische!“

In unserem gemütlichen Haus trotzten wir dem trüben grauen Wetter. Morgens wurde gekuschelt und Mini küsste seine Cousine mindestens einmal am Tag komplett ab.

Da es kein schlechtes Wetter gibt, haben wir uns warm angezogen, und los ging es. Wir machten eine 20-km-Radtour, bei der BM tapfer mithielt. Wir sind an der Ostsee gewandert und haben die neu gelernten Buchstaben in den Sand geschrieben. 


Jeder Spielplatz wurde ausprobiert und stundenlang belagert. Aber am meisten Spaß hat der Besuch in Karls Erdbeerhof gemacht: Ponnyreiten, Riesenrutsche runterkacheln, Traktorfahren, Tiere streicheln, im Irrgarten sich verlaufen und viel naschen.

Im Ozeanium und der Stadtrundfahrt in Stralsund gab es viel zu bestaunen. Unsere Große ist sehr interessiert und will immer noch mehr sehen. So hat sie sich ein U-Boot angesehen und war in der Phänomenta. Dort hat sie sogar einen Trabi (mit großem Hebel) hochgehoben.
Alles sehr spannend.

Abends wurde Sport gemacht. Wir Frauen turnten vor und die Große voll mit dabei. Entsprechender Kommentar von ihr: „Und immer schön den Bauchnabel einziehen!“ Danke für den Tipp! Jeden zweiten Tag ging es ab in die Sauna.


Für Mama und Papa wurden Tassen mit Meeresmotiven bemalt und danach gebrannt. Und immer das Lied auf den Lippen: „Piraten, Piraten…“.




Samstag, 15. Oktober 2016

Drama um die Zahnfee

Ich hätte es nicht für möglich gehalten, aber fünf Wochen Schule machten unsere BM wirklich ferienreif. Ich vermute, dass die vielen Eindrücke, das viele Warten und Anpassen und natürlich auch die Anstrengungen des Lernens ihr doch ganz schön zugesetzt haben, denn in der letzten Schulwoche musste BM eigentlich jeden Abend im Bett wegen irgend etwas ganz doll weinen. Meist fing es mit irgendeiner Kleinigkeit an und steigerte sich dann in kürzester Zeit in einen schlimmen Weltschmerz mit lautem, untröstlichen Weinen.

Am Abend nach der großen Party sah das dann so aus: 

Das ausgefallene Milchzähnchen kam in die nigelnagelneue Zahnfeeschachtel.



Wir kuschelten noch ein bisschen in BMs Bett und sinnierten darüber, wann wohl der neue Zahn wachsen würde und ob wie die Zahnfee wohl ins Haus kommen würde. Ich merkte schon, dass BM die ganze Sache nicht so hundertprozentig geheuer war. Irgendwann sagte ich "Gute Nacht" und verließ das Kinderzimmer. Wenig später drang lautes Schluchzen an mein Ohr. Ich ging also zurück zu BM streichelte ihr Köpfchen und erfuhr, dass sie so traurig sei, weil sie nun ihr Zähnchen nie wieder sehen würde. Ich konnte sie ein bisschen verstehen, denn irgendwie ist so ein Zahnverlust ja auch ein Verlust der "Unversehrtheit" und - wenn auch objektiv betrachtet vielleicht nicht so schlimm, aber eben doch sehr endgültig.

BM war so traurig, dass ich fast so weit war zuzugeben, dass es eigentlich gar keine Zahnfee gibt. Zu guter Letzt schrieb ich ihr aber stattdessen einen Zettel. Ohne Kontaktlinsen, darum die scheußliche Handschrift. Echt jetzt. 



Zahnfeezettel und Zahnfeedose stellten wir dann zusammen auf das Fensterbrett und ich versprach BM noch, dass die Zahnfee eine wirklich gute Fee sei und sie sich wirklich keine Sorgen machen brauche. Dann kam BM endlich zur Ruhe und schlief ein.

Am nächsten Morgen eilte BM gleich zum Fensterbrett. Das Zähnchen lag immer noch in der Dose und daneben lag ein Büchlein mit einer Nachricht. 



Bislang ist noch ungeklärt wie BM mit dem nächsten Zahn verfahren will, aber eigentlich wäre ich gar nicht so unzufrieden, wenn sie auf die kleinen Geschenke verzichtet und stattdessen einfach ihre Zähnchen sammelt. 

Sonntag, 9. Oktober 2016

60. Jahre Vati

So richtig froh war meine Oma nicht, als sie zum dritten Mal schwanger wurde, aber die Fleischerin sagte zu ihr: "Wart's nur ab, dit Kind wird noch die Sonne deines Lebens." Und so wurde also vor 60 Jahren mein Vati als jüngster von drei Söhnen geboren und machte die Familie komplett.



Am 5. Oktober feierte Vati erstmal mit zahlreichen Kollegen und Freunden seinen Geburtstag bei der Arbeit. Da gehört er nun schon zum Urgestein und es wurde nicht nur die ein oder andere Geschichte ausgegraben sondern auch eine ansehnlicher Haufen Geburtstagsgeld gesammelt, von dem er sich ein Fahrrad kaufen wird.

Abends gingen wir dann im kleinen Kreis noch mit Vati essen. Leider bekam Zwee im Laufe des Abends Fieber, so dass sie leider keinen Spaß hatte und beizeiten mit R. nach Hause fahren musste. Aber es war trotzdem gemütlich und ich denke für Vati ein schöner Ausklang an diesem Tag.


BM und Zwee schenkten ihrem Opa eine Fotocollage und Kunst. Von PL und Krümel gab es ein schönes Foto und einen Geburtstagsbrief von PL. Und von uns allen ein Familienwochenende am Scharmützelsee - leider erst im Januar, weil die Terminfindung sich schwierig gestaltete. Aber vielleicht war das jetzt auch erstmal genug Aufregung für das Geburtstagskind. :-)

Am Samstag stieg die große Party, vor der das Geburtstagskind sichtlich aufgeregt war und für die eigens eine große Partyvilla gemietet wurde. Zur Beruhigung kuschelte Vati erstmal ein bisschen mit seinem kleinsten Enkelkind, das alles daran setzte den Stuhl anzulecken, was der Opa aber geduldig immer wieder vereitelte. Dann kamen noch die großen Mädels zum Kuscheln (außer Zwee, die ob der ungewohnten Umgebung noch angekettet an meinem Hals hing).

In Opas Armen ist für alle Platz:


Als alle angekommen waren und Vati seine Begrüßungsrede gehalten hatte zeigten wir erstmal den Film, den ich in den vergangenen Wochen aus vielen Fotos zusammengestellt hatte. (Tatsächlich war es zwar eine Heidenarbeit, aber es hat mir auch Spaß gemacht, die Jahre Revue passieren zu lassen. Kaum zu glauben, wie jung wir alle mal waren...)

... unter anderem gab es es dieses Foto mit meinem Bruder und mir. So sehr viel hat sich also eigentlich in den Jahren gar nicht geändert:


Erwartungsgemäß flossen im ganzen Saal ein paar Tränen, ein bisschen vor Rührung, ein bisschen vor Lachen und auch, weil von den drei Brüdern und den drei Jungs jeweils nur noch zwei mit dabei waren. Wir kriegten uns aber schnell wieder ein und nach einer leckeren Stärkung und den ersten auflockernden Getränken durfte Vati sich sein Geburtstagsgeschenk verdienen, für das er Gemeinsamkeiten mit seinen Gästen zu erraten hatte. Er schaffte es auch mit nur wenigen Tipps und Hinweisen recht flink und durfte sich über einen Städtetrip nach Dublin freuen - sicher auch, weil er allerhand Arbeiten in die kommende Woche verschoben hatte, was seine Kollegen kommentarlos hingenommen hatten, obwohl sie im Gegensatz zu ihm schon wussten, dass er eigentlich im Urlaub sein würde.

Nach dem Essen zogen wir nach oben zur Bar, wo Zwee und ihr Großgroßcousin L. viel Spaß mit den Drehstühlen und allerhand Süßigkeiten hatten. BM trieb sich derweil mit den großen Mädels abwechselnd im Haus und im Garten herum. Sie war nur sauer als sie nicht mit an den See durfte, weil sie eben erst sechs ist und es längst dunkel war. Nachdem ich die völlig ausgepowerte Zwee trotz schallender Musik irgendwie ins Bett gebracht hatte ging das Fest so richtig los.

So eine Party haben wir lange nicht mehr gefeiert! Wir feierten, tanzten und sangen wie zu alten Zeiten. Die Kinder hielten uns augenscheinlich für ziemlich durchgedreht oder zumindest viel betrunkener als wir es eigentlich waren (also ich zumindest). Dann viel auch endlich die Anspannung vom Geburtstagskind so richtig ab und er rockte bis die Fetzen flogen.


Zwischendurch kam mein aufgeregtes großes Mädchen umringt von großen Mädels zu mir. T. hatte mal an ihrem Wackelzahn gewackelt... und dabei war er prompt herausgefallen. Wuah! BM war sichtlich angeschlagen und vor Aufregung ein bisschen zittrig, zeigte dann aber jedem stolz ihre Zahnlücke.


Um halb 2 Uhr brachte R. die völlig kaputte BM ins Bett - während ich zwei Stockwerke tiefer versuchte die hellwache Zwee zu überzeugen, dass sie trotz der Partymusik jetzt nicht nochmal aufstehen könne, bis R. mich ablöste und ich noch ein bisschen feiern gehen konnte.

Um 3 Uhr saßen wir mit meinen Eltern und meinem Bruder zufrieden und glücklich auf der Couch bevor wir uns auf die Schlafzimmer verteilten. Es war eine rundum gelungene Party und ein wirklich würdiges Fest zum 60. Geburtstag, das wir sicher nie vergessen werden.

Sonntag, 18. September 2016

Tütata ein Uh-uh!

Als ich am Freitag Abend mit den Kindern nach Hause kamen, stürmten beide gleich durch zur Couch. Zwee -  unser vermeintlich ruhigeres Kind -  kletterte drauf und begann herum zu hopsen. Das darf sie natürlich nicht. Ich setzte gerade zum Schimpfen an, da lehnte sie sich -  warum auch immer - vorwärts über die Lehne, rutschte ab und viel ungebremst herunter, wobei sie mit dem Kopf aufschlug und sich so überschlug, dass sie auf dem Rücken zum Liegen kam.

Ich war keine zwei Meter entfernt und auch R. war nicht weit weg, trotzdem konnten wir nichts mehr tun. Uns stockte der Atem, das Bild bekommen wir nicht aus dem Kopf.

Zwee rang einen Moment nach Luft und brüllte dann los. Ich nahm sie vorsichtig hoch, wobei ihr ein paar Tropfen Blut aus der Nase rannen. Das war uns so unheimlich, dass wir einen Krankenwagen riefen. Als er kam hatte sich Zwee schon beruhigt und saß sichtlich geschockt, aber zum Glück nicht bekommen auf meinem Schoß. Der Sanitäter gab gleich eine halbe Entwarnung, weil Zwees Pupillen gut reagierten und sie auch nicht bewusstlos geworden war.

Sicherheitshalber brachten sie Zwee und mich trotzdem in die Rettungsstelle. Im Krankenwagen saß Zwee ganz ruhig und etwas eingeschüchtert auf meinem Schoß. Der freundliche Sanitäter schenkte ihr einen kleinen Plüschaffen (uh-uh), den sie ganz fest hielt. Ein kleines bisschen freute Zwee sich als sie ein paar Mal die Sirene hörte.

Im Krankenhaus mussten wir nur etwa anderthalb Stunde warten. Zwees Kopf, Halswirbelsäule, Augen, Ohren und Reflexe wurden durchgecheckt und für prima befunden. Mittlerweile hatte sie ein ordentliches Horn an der Stirn, obwohl ihr eigentlich der Hinterkopf wehtut.

Alles in allem ist Zwee aber glimpflich davon gekommen, so dass wir wieder nach Hause durften. R. holte das gerade einschlafende Schulkind noch mal aus dem Bett und holte uns ab. Während wir vor der Rettungsstelle warteten und nach der Hitze des Wartezimmers die frische Abendluft genossen, kletterte und balancierte Zwee schon wieder an einem Zaun entlang und plapperte auf den neuen Uh-uh ein.

Donnerstag, 15. September 2016

Schulkind!

Am Samstag, 10. September 2016, feierten wir BMs Einschulung. Was für ein aufregender, toller Tag!

Wir machten uns alle chic und fanden uns kurz vor 10 Uhr auf dem Schulhof ein, wo bereits die Omas und Opas warteten. Es versprach wieder ein sehr heißer Tag zu werden und so war es nicht verwunderlich, dass es im Speisesaal brütend heiß war. Dort angekommen setzte BM sich zu ihrer Kitafreundin C. und den anderen Kinder der Klasse 1a ganz nach vorn. Obwohl wir noch einige Zeit warten mussten, war BM zu aufgeregt zum herumzappeln und staunte nur vor sich hin. Wir saßen etwas weiter hinten, wobei Zwee sich ob der großen Menschenmenge beide Arme um mich schlang und sich an mich kuschelte während ich vor Hitze zerfloss.

Zu Beginn der Feierstunde zofften sich dann einige Eltern, weil einige stehende Eltern sich vor die Sitzenden gestellt hatten. Unglaublich, dass erwachsene Menschen sich 1. nicht mit gesundem Menschenverstand benehmen und 2. tatsächlich vor den Kindern streiten, so dass der Schuldirektor schlichtend eingreifen musste. Ich hoffe mal, dass lag alles nur an der Hitze - ansonsten grault es mich jetzt schon vor den Elternversammlungen.

Aber dann ging es endlich los. Die Feierstunde war sehr schön organisiert. Die Zweitklässler sangen, tanzten und erzählten kleine Geschichten. Alles sehr kurzweilig und richtig gut. Ich kann mir kaum vorstellen, dass unsere BM das in einem Jahr auch schon alles können wird.

Dann wurden die Kinder der Klasse 1a nacheinander auf die Bühne gerufen bis da 24 kleine ABC-Schützen standen, von denen unsere die kleinste war. Sie sah so aufgeregt und stolz, gleichzeitig groß und niedlich klein aus! Unglaublich, dass wir es nun schon soweit geschafft haben!

Dann ging BM mit ihrer Klasse, der Lehrerin und der Erzieherin in ihren Klassenraum, suchte sich mit C. eine Schulbank ganz hinten aus und erlebte eine erste kleine Unterrichtsstunde, in der aber "nur" etwas vorgelesen wurde. Dann folgten R., Zwee und ich mit den anderen Eltern in den Klassenraum, wo BM dann auch ihre Schultüte bekam. Mit dem leeren Ranzen und der vollen Schultüte hatte sie alle Hände voll zu tun!



Damit endete der offizielle Part des Tages. Draußen empfingen die stolzen Omas und Opas das Schulkind, dass nach all der Warterei, Hitze, Schlepperei und Anspannung nun ziemlich durch den Wind war.

Danach fuhren wir nach Hause. Als Zwee ihren Mittagsschlaf hielt durfte BM endlich ihre Schultüte auspacken - das war nur der Anfang der Geschenkeschlacht, die noch bis zum nächsten Tag andauern würde!

Um 16 Uhr trafen BMs Gäste ein. Insgesamt bekam sie 13 Schultüten unterschiedlicher Größen! Der ganze Esstisch war voll mit Geschenken, so dass BM irgendwann mit dem Auspacken aufhören musste, weil sie gar nichts mehr wahrnehmen konnte. Der sonnige Garten füllte sich mit 20 Erwachsenen und 11 Kindern. Während unsere Familien bei Kaffee und Kuchen plauderten wurden R. und ich ein wenig unruhig, weil unser Überraschungsgast - ein Seifenblasenkünstler - nicht zur vereinbarten Zeit eintraf und auch telefonisch nicht erreichbar war. Eine Stunde zu spät kam er dann zum Glück doch noch und bescherte uns allen (und unseren Nachbarn) ein tolles Highlight. Die Kinder (und ja, auch einige Erwachsene) hatten einen Riesenspaß und machten mit unterschiedlichsten Gerätschaften kleine bis riesige Seifenblasen. Alle Kinder waren danach klatschnass und die Straße gut eingeschäumt.



Danach ging es zum Abendessen und gemütlichen Beisammensein zurück in den Garten. Es war so schön, mit allen zu plaudern, denn so oft sehen wir uns leider im Alltag nicht. Nebenher wuselten die kleinsten Kinder um uns herum und sorgten für reichlich Amüsement. Die großen Kinder - und ja, da gehört nun wohl auch BM dazu - verschwanden einige Zeit im Park und kamen nur gelegentlich bei uns vorbei, um sich mit Proviant für ein Picknick einzudecken. Für BM war das wohl ein ziemliches Abenteuer. Auf meine Frage, was denn das beste an ihrer Einschulung gewesen sei, kam ihr "im Dunkeln im Park sein" noch vor der Seifenblasenmantscherei in den Sinn.

Als die völlig kaputt getobte Zwee im Bettchen lag und die Partygäste mit kleineren Kindern abgefahren waren, saßen wir noch mit unseren Eltern, meinem Bruder und meiner Cousine vom anderen Ende der Stadt gemütlich auf der Terrasse während die Kinder auf der Couch saßen und Ice Age schauten. Als um halb 12 Uhr die letzten Gäste gegangen waren kapitulierte unser Schulkind und war plötzlich wieder winzig klein, weil sie so müde war - was sie sonst ja nie nie nie zugeben würde. Ich trug sie nach oben und nach einem kurzen Abstecher ins Bad gleich weiter in ihr Bett, wo R. und ich sie im Liegen in den Schlafanzug friemeln mussten. Dann hielt ich meinem Mädchen die Hand und staunte es an während es innerhalb von wenigen Minuten tief und fest einschlief.

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Nachtrag:
O-Ton BM nach ihrem ersten Schultag am Montag: "Ich hab die Nerven schon voll! Wir haben gar nicht Lesen gelernt, sondern bloß gemalt!"